Wortspiele

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copyright 2006 hawoky
Sprachschwierigkeiten
Selig in
meinem Bette ich schlief,
da träumte es mir vom Genitiv.
Der war so wütend, daß es raucht,
weil niemand ihn mehr recht gebraucht.
„Der Dativ, dieser feige Schuft,
der bringt mich demnächst in die Gruft.
Mit Einfachheit, Tücke und falschem Schwung
raubt er meine Existenzberechtigung.
Wem Brot ich eß, dem Lied ich sänge,
ob dies denn wohl noch richtig klänge ?
- Dem Service wegen - läßt man sich gefallen !
Ich weiß, ich bin der komplizierteste von allen.
Deswegen heißt es doch, und nicht: demwegen !
Ich habe allen Grund, mich aufzuregen.“
Der Dativ
lächelte geziert.
„Ja wirklich, du bist viel zu kompliziert.
Heute, in der Umgangssprache,
kommt man eben schnell zur Sache.
Die Form ist dabei ganz egal.
Ich weiß, das ist für dich ‘ne Qual.
Doch mach mich deshalb nicht gleich schlecht,
auch ich bin nur der Sprache Knecht.
Die Leute reden vor sich hin,
ha’m mit Grammatik nichts im Sinn.
Es hilft dir nichts, herumzutönen,
du mußt dich eben dran gewöhnen.“
Das wurmte
den Genitiv noch mehr,
er warf dem Dativ ein Wort hinterher,
der daraufhin mit lautem Knall,
beendete den dritten Fall.
Ich wachte auf, mein Mund war trocken.
Die Zunge schmeckte nach alten Socken.
Und aus dem Schatten der Träume rief’s:
„Das ist die Rache des Genitivs !“
© hawoky
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Liebe
Menschinen und Menschen, liebe Kinderinen und Kinder,
liebe
Leser jeglichen Geschlechts.
Es mag
zwar politisch korrekt und manchmal auch erwünscht sein,
Bürger, Wähler oder Leser geschlechtsspezifisch
anzusprechen, sprachlich gesehen ist es aber eher eine Zumutung.
Denn das sprachliche Geschlecht hat nicht unbedingt etwas
mit dem tatsächtichen Geschlecht zu tun.. Der Tisch ist
keinesfalls wirklich männlich, die Leiche nicht zwangsläufig
weiblich, auch wenn es sich um eine solche handeln kann. Ein
Kind ist keine Sache und hat sehr wohl ein eindeutiges Geschlecht
aufzuweisen und der Mond wechselt es, wenn er nach Frankreich
kommt.
Deshalb
sind, wenn man vom Bürger oder Leser spricht, nicht nur
die männlichen Geschlechts gemeint, sondern alle. Und
da Füllworte vor allem dort beliebt sind, wo es an Inhalten
mangelt, werde ich bei einer solchen Anrede immer besonders
hellhörig.
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Das Taschewortebuch
In einer
indonesischen Buchhandlung fand ich ein deutsch indonesisches
Wörterbuch auf dem stand: TASCHEWORTEBUCH. Das konnte
wohl kein Deutscher geschrieben haben. Doch nach anfänglichem
Grinsen wurde ich nachdenklich, denn falsch war es ja eigentlich
nicht. Man kann ein Buch ja nur in eine Tasche stecken, wenn
man es nicht zerreißen will. Und Worte ist auch eine
mögliche Pluralform.
Ist also eher unser
eigener Sprachgebrauch fragwürdig?
Ich dachte nach.
Wie ist das denn mit Schweinefleisch, in der Wurst mag es
ja tatsächlich von mehreren Schweinen stammen. Aber ein
Schweinekottlet oder eine Hühnerbrust sind
doch wohl von einem einzelnen Tier. Elefantenfleisch lässt
sich ja noch mit dem Dativ erklären, doch der versagt
bei gewöhnlichem Vieh. Und damit man daraus keine Regel
ableiten kann, gibt es das Rindfleisch, wo selbst die Wurst
Rindswurst heißt, was auf den Genitiv schließen
lässt.
Mir fiel Karl Valentin
mit seiner Erklärung des Unterschieds von Semmelknödel
und Semmelnknödeln ein.
Wenn man aus einer
Semmel einen Knödel macht, ist das ein Semmelknödel.
Wenn man aus einer
Semmel mehrere Knödeln macht, sind das Semmelknödeln.
Wenn man aus mehreren
Semmeln einen Knödel macht, ist das ein Semmelnknödel.
Und wenn man aus
mehreren Semmeln mehrere Knödeln macht, sind das Semmelnknödeln.
Und meine Mutter,
die bei solchen Problemen zu sagen pflegte: Deutsche Sprache
schwere Sprache, sagt man der Regent, meint man König,
sagt man Diregent, meint man Kapellmeister und sagt man das
regent, meint man, es macht nass.
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Piratenbraut
1
Die Piratenbraut
hat den
Rum geklaut
weshalb
jetzt der Käpten
den Schiffsjungen
haut
weil
er ihm nicht glaubt
daß seine
Braut
Rum klaut
Sie steht
daneben
und lacht
ganz laut
denn sie
freut sich
wenn
der Käpten
den Schiffsjungen
haut
weil er
glaubt
d e r
hätte den Rum geklaut
Der Maat
an der Reling
der Kautabak
kaut
spuckt
ins Wasser
und kriegt
eine Gänsehaut
denn er
weiß
der Junge
hat den Rum nicht geklaut
Der Steuermann
denkt sich
das ist
mir vertraut
auf jeder
Fahrt wird doch der Rum geklaut
damit
der Käpten den Schiffsjungen haut
Unter
Deck sitzt der Smutje
Er furzt
grad’ ganz laut
Weil
er soeben den Rum verdaut
den die
Piratenbraut
für ihn
hat geklaut.
Und seine
Gedanken die sind ganz versaut
denn
er träumt nur noch von der Piratenbraut
in die
er verliebt
weil sie
Rum für ihn klaut.
Wenn der
Käpten erst weiß
daß den
falschen er haut,
weil
er seiner süßen Piratenbraut traut,
wie dumm
er dann wohl
aus der
Wäsche schaut ?
© hawoky
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